Das CJD - Die Chancengeber CJD Siegen-Wittgenstein

Schritt für Schritt selbstständig

29.08.2016 CJD Siegen-Wittgenstein « zur Übersicht

„Das Ganze ist ein Zwischending zwischen einer permanenten Betreuung und einer eigenständigen Wohngemeinschaft“, erklärte Anke Bremmer.

Es ist ein Schritt in die Selbstständigkeit und eine Maßnahme zur vielfach beschworenen Integration. In rund sechs Wochen macht das Christliche Jugenddorf (CJD) in Birkelbach nun Nägel mit Köpfen und eröffnet die Verselbstständigungsgruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Erndtebrück.

„Wir wollen den insgesamt fünf Jungs auf diese Weise peu à peu mehr Verantwortung übertragen“, erklärte Anke Bremmer auf Anfrage der Siegener Zeitung. Die Standortkoordinatorin des CJD hat bereits zwei Akteure, die derzeit in der Einrichtung in Birkelbach leben, auserkoren, ein weiteres Trio folgt in den kommenden Wochen. „Wir schauen genau, wer bereits in der Lage ist, in einer solchen Verselbstständigungsgruppezu leben“, verriet Anke Bremmer. Momentan befinden sich ein Dutzend minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge im CJD in Birkelbach – eine weitere Tendenz ist nicht abzusehen, zu ungewiss ist die weitere Entwicklung in der Türkei und den Krisenländern. Klar ist jedoch, dass das Quintett Anfang Oktober die Gruppe an der Struthstraße in Erndtebrück eröffnen soll – in der unteren Etage des einstigen Gebäudes des Deutschen Roten Kreuzes, während eine Etage darüber die Polizeiwache stationiert ist.

„Geplant ist eine Betreuung am Tag, allerdings nur werktags. Am Wochenende steht eine Notfallnummer zur Verfügung. Die Jungs sollen allerdings selbstständig aufstehen und in die Schule gehen. Zudem sind sie selbst dafür verantwortlich, einzukaufen und sich zu verpflegen“, berichtete die Standortkoordinatorin gegenüber der Heimatzeitung. Das niederschwellige Angebot baut darauf auf, dass die jungen Vertriebenen zunehmend mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen. „Das Ganze ist ein Zwischending zwischen einer permanenten Betreuung und einer eigenständigen Wohngemeinschaft“, erklärte Anke Bremmer über die Intention.

Nachdem der geplante Wohnbereich komplett entkernt ist, sanieren die Verantwortlichen den Gebäudeteil derzeit, um ihn dann entsprechend zu gestalten und einzurichten. Geplant ist ein Wohnbereich mit gemeinsamer Essgelegenheit und Wohnzimmer, eine Gemeinschaftsküche, ein Sanitärbereich sowie Schlafgelegenheiten für die Bewohner. Sollte die Anwesenheit eines CJD-Mitarbeiters auch über Nacht erforderlich werden, steht dafür zudem ein Büro mit Schlafplatz zur Verfügung, so dass die Planer an alle Eventualitäten gedacht haben.

Allein, nicht nur für diese Einrichtung, die etwas hinter dem geplanten Eröffnungstermin liegt, ist der 1. Oktober ein Stichtag. Die Umgestaltungsarbeiten im Haus „In Between“ in Birkelbach gehen – im Kontrast zu Erndtebrück – schneller voran, als gedacht. „Wir sind vor dem Zeitplan“, bestätigte Anke Bremmer, denn ursprünglich sollte die neue Verselbstständigungsgruppe im Teilbereich des CJD Hauptgeländes erst am Jahresende bezugsfertig sein. Auch dort entsteht eine Verselbstständigungsgruppe im Erdgeschoss des Hauses für insgesamt sieben Bewohner.

Anders als in Erndtebrück besteht dort allerdings weiterhin eine 24-Stunden-Betreuung und eine direkte Anbindung an die Hauptgruppe. Für beide Häuser allerdings gilt eines: Sie sind wesentliche Grundsteine für mehr Selbstständigkeit. Dabei haben sie ein Ziel: den  Jugendlichen schrittweise mehr Verantwortung übertragen, bis sie in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Dann in eigenen Wohnungen.

Quelle: (Text und Foto) Siegener Zeitung

Schwerpunkte in der Ausrichtung des CJD Siegen-Wittgenstein sind die Kinder- und Jugendhilfe sowie Maßnahmen im Auftrag der Agentur für Arbeit und des örtlichen Jobcenters.