Das CJD - Die Chancengeber CJD Siegen-Wittgenstein

Schmiede der Synergie-Effekte

06.12.2015 CJD Siegen-Wittgenstein « zur Übersicht

„Wir müssen Menschen aus verschiedenen Richtungen zusammenbringen, nur auf diese Weise funktioniert Entwicklung“, forderte Eckehard Hof.

Die Aufgabe ist groß, die Beitrag für das gesellschaftliche Leben noch größer. Das Christliche Jugenddorf (CJD) in Birkelbach ist längst zu einer festen Größe innerhalb des Altkreises Wittgenstein und darüber hinaus gewachsen. Und dies seit nunmehr 25 Jahren. „Das CJD ist der Beweis dafür, dass gerade der Bereich soziale Einrichtungen wichtig ist. Es geht um nicht weniger als die Aufrechterhaltung des sozialen Gefüges“, erklärte Eckehard Hof. Der Geschäftsführer der Firma Berge Bau brachte das Wirken der Einrichtung damit auf den Punkt.

„Es ist wichtig für die gesamte Region, gemeinsam etwas voranzubringen“, konstatierte Eckehard Hof. Das CJD leistete dazu gestern im Speisesaal des Wiesenhauses einen entscheidenden Beitrag mit einem Gebetsfrühstück anlässlich des Jubiläums. Denn: An den Tischen saßen zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Mitarbeiter des CJD-Verbandes. „Wir sollten die Chance nutzen, um einen Dialog entstehen zu lassen und neue Netzwerke aufzubauen“, erklärte Anke Bremmer. Die Einrichtungsleiterin verstand das Frühstück in festlichem Rahmen dabei als eine Auftaktveranstaltung eines in Zukunft wachsenden Netzwerkes. Davon könnten künftig in noch größerem Stil einerseits die Unternehmen in Wittgenstein, andererseits die jungen Erwachsenen in der Einrichtung in Birkelbach profitieren.

Das CJD versteht sich als „Chancengeber“ und will seinen Bewohnern Zukunftsperspektiven aufzeigen, indem es fördert, begleitet und ausbildet – die Kernaufgabe dieser Institution. Und davon wiederum profitieren die Unternehmen im Altkreis, die die ausgebildeten Kräfte verschiedener Ausrichtungen unter Vertrag nehmen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Integration liefern können.

Dies würde durchaus in die Philosophie vieler Unternehmen passen. „Wir möchten Mitarbeiter aus der Region akquirieren. Mitarbeiter sind unser Kapital und wir wollen, dass sie sich in Wittgenstein wohlfühlen – wir wollen eine lebenswerte Region“, erklärte Eckehard Hof. Das Unternehmen des Ehrengastes beschäftigt derzeit rund 200 Mitarbeiter – 90 Prozent stammen direkt aus einer der drei Kommunen Erndtebrück, Bad Berleburg oder Bad Laasphe. Ein deutliches Signal an eine ganze Region. „Wir wollen als Unternehmen unsere Heimat unterstützen und damit nicht zuletzt auch unseren eigenen Fortbestand sichern. Der demografische Wandel macht auch vor dem Arbeitsmarkt nicht Halt. Wir stellen zudem eine wachsende Landflucht fest – und dies alles in Zeiten klammer Haushaltskassen der Kommunen“, zeichnete der Berge-Bau-Geschäftführer ein warnendes Bild der derzeitigen Entwicklungen.

Zugleich rudern aber zahlreiche Kräfte gegen diese Entwicklungen. „Unternehmer und Kommunen arbeiten gut zusammen. Es geht letztlich darum, dass wir unsere Lebensqualität nicht nur erhalten, sondern auch steigern“, erklärte Eckehard Hof. Und deshalb sprach er sich – stellvertretend für das Gros der Wittgensteiner Unternehmen – noch einmal für eine bessere Verkehrsanbindung gen Autobahnen aus. Nicht nur, um Transportwege zu vereinfachen, sondern auch, um gerade jungen Menschen und Familien eine bessere und schnellere Anbindung an größere Städte zu gewährleisten.

„Ein wichtiger Standortfaktor sind zudem ein breitgefächertes Schulsystem und Kindergärten, die wir dringend erhalten müssen. Die ist für Familien eine wichtige Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Umzug nach Wittgenstein“, appellierte Eckehard Hof für den Erhalt möglichst vieler Bildungseinrichtungen in Wittgenstein. Hinzu kämen sportliche Angebote in der Freizeit, aber auch in Vereinen. „Sport ist ein wichtiger Faktor. Der Golfplatz in Sassenhausen – Golf entwickelt sich ohne Zweifel zum Volkssport – hebt die Qualität der Region ebenso wie der Bau zweier Rasenplätze bei den Fußballvereinen SV Schameder und FV Niederlaasphe. Wir unterstützen derartige Projekte so gut dies möglich ist, denn es geht darum, Menschen in der Region zusammenzuschweißen“, erklärte der Ehrengast. Nicht zuletzt gehe es um die Förderung des touristischen und sozialen Engagements – die Wisent-Wildnis sowie der Jugendförderverein Bad Berleburg seien zwei prägende Beispiele.

„Für diverse Angebote werden Mitarbeiter von Unternehmen freigestellt, damit sie Projekte vorantreiben können“, erklärte der Geschäftsführer des Bauunternehmens aus Leimstruth. Nicht zuletzt stelle er die Entwicklung der Städte und Dörfer in den Vordergrund für die Attraktivität einer Region. Und schloss mit der Nennung dieser Faktoren gewissermaßen den Kreis in sich.

„Es gibt vieles zu tun. Eine aktuelle Entwicklung ist die Flüchtlingswelle, die mit vielen Themen korrespondiert – Integration, Schule, Arbeitsplätze, Wohnraum. Wir können dies nur gemeinsam schaffen. Und wir müssen dies gemeinsam schaffen, um als Region wahrgenommen zu werden. Dies funktioniert nur mit einem guten Netzwerk“, erklärte Eckehard Hof. Die Jubiläumsfeierlichkeiten avancierten damit letztlich zur Schmiede für Synergie-Effekte. „Wir müssen Menschen aus verschiedenen Richtungen zusammenbringen, nur auf diese Weise funktioniert Entwicklung“, erklärte der Ehrengast. Diese Aufgabe ist groß, das CJD leistet allerdings einen noch größeren Beitrag dazu.

Appell an Gemeinschaft, Einigkeit und Verantwortung

Das Christliche Jugenddorf (CJD) in Birkelbach bildet aus und zeigt jungen Erwachsenen Zukunftsperspektiven auf. Dabei versteht sich das CJD an über 150 Standorten bundesweit als „Chancengeber“. Der christliche Gedanke, dass niemand dabei verloren gehen darf, steht allerdings jederzeit im Fokus. Daher fügte sich die Andacht von Birkelbachs Pfarrerin Simone Conrad durchaus passend in den Appell für eine lebenswerte Region ein. Sie thematisierte das Weihnachtsfest und die christlichen Werte von Gemeinschaft und Einigkeit – speziell zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Mit einer Fabel war Simone Conrad die Frage nach der Bedeutung von Weihnachten auf. „Wir haben jederzeit eine Verant- wortung gegenüber Kindern und Jugendlichen. Das gilt auch und gerade im Hinblick auf Weihnachten. Wir müssen ihnen vermitteln, dass dieses Fest mehr als nur Christstollen, Weihnachtsbaum und Geschenke ist. Wir müssen an die Hauptsache denken“, forderte die Pfarrerin in ihrer Andacht zur Vermittlung von angemessenen Werten auf.

Quelle: Siegener Zeitung, Ausgabe Wittgenstein, vom 04.12.2015
Text und Foto: Timo Karl

 

 

 

Schwerpunkte in der Ausrichtung des CJD Siegen-Wittgenstein sind die Kinder- und Jugendhilfe sowie Maßnahmen im Auftrag der Agentur für Arbeit und des örtlichen Jobcenters.