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28.07.2010 - Erndtebrück

CJD-Aktionstag kam im Rahmen der Kinderferienspiele wieder einmal sehr gut an

 „Dafür braucht man Muskelkraft“

ERNDTEBRÜCK 33 Mädchen und Jungen verwandelten gestern den Wald beim Bunker Erich in ein ganz besonderes Wohngebiet


 

vg t Emsige Geschäftigkeit herrschte gestern unter den Tannenwipfeln im Wald unweit des ehemaligen Bunkers Erich in Erndtebrück. Gerade stemmte ein Junge mit einer Schubkarre mehrere schwere Äste eine Anhöhe hinauf, und die  Anstrengung zeichnete sich dabei deutlich in seinem Gesicht ab. An anderer Stelle begutachteten zwei andere Jungen das fast  fertig gestellte Fichtendach einer Holzhütte und sprachen in aller Ruhe weitere Arbeiten ab. Überall klopfte und hämmerte es, und überall im Schatten der Bäume entstanden ganz allmählich ganz besondere kleine Bauwerke. Auch in diesem Jahr hatte  das Christliche Jugenddorf Siegen-Wittgenstein (CJD) in Birkelbach gemeinsam mit engagierten Jugendlichen und jungen  Erwachsenen im Rahmen der Kinderferienspiele einen Aktionstag im Wald angeboten. „Und die Kinder sind wieder ganz  begeistert unserer Einladung gefolgt“, freute sich gestern Claudia Althaus vom CJD im Gespräch mit der Siegener Zeitung. „Die Hütten aus dem vergangenen Jahr stehen übrigens alle noch“, fügte sie hinzu. Darüber freue sich nicht zuletzt auch der Grundstückseigentümer Ralf Pasker, der die kleinen Bauten wiederum sehr gut für seine Gocha-Veranstaltungen nutze.

Diesmal habe man den Biwakbau unter ein besonderes Thema gestellt: „In diesem Jahr lautete der Auftrag an die Mädchen und Jungen: „Der Wald ist das Haus und Ihr baut die dazu gehörigen Zimmer.“ Seit den Morgenstunden hätten sich alle  Beteiligten unter der Regie von fünf Aufsichtspersonen an die Arbeit gemacht. Alle Mädchen und Jungen kamen dabei zunächst in einem Kreis zusammen und sprachen einander ab, wer welche Räumlichkeit gerne im Tannengrün aufbauen

wolle. „So ergaben sich schließlich die einzelnen Gruppen“, erklärte Claudia Althaus weiter. Frohen Mutes und voller  Tatendrang begaben sich die jungen Teilnehmer zwischen acht und 14 Jahren schließlich an ihre Aufgaben. Und alle waren  mit dem nötigen Ernst bei der Sache, schließlich ging es darum, das große Waldhaus in der Erndtebrücker Natur mit ein paar besonders sehenswerten Wohnbereichen zu bestücken. So entstand beispielsweise in der Nähe des Eingangs schon sehr  schnell unter den fleißigen Händen von Lisa Schmidt, Melina Lange, Charlin Lenz und Linda Schuppener ein großes Tipi.  „Einige von uns sind schon zum dritten Mal mit dabei“, erklärte Lisa Schmidt. Die Aktion in den Ferien mache nämlich  immer besonders viel Spaß. „Und wir Mädchen bauen dabei auch jedes Jahr das Tipi, das hat sich eben so ergeben.“

Unweit des zeltähnlichen Baus waren gerade zwei Jungen dabei, ein paar Seile zwischen vier Baumstämmen zu spannen.

„Hier soll die Abstellkammer entstehen“, verriet Jonas Pfeiffer. Weiter oben werkelten Jonas Feuerhahn, Niklas Althaus, Johannes Geisler und Felix Lang an dem Kinderzimmer des Waldhauses. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Alle Handgriffe gingen perfekt ineinander über. Jonas lud die große Schubkarre mit dem Astmaterial für die Wände des Raumes ab, Johannes reichte sie an Niklas weiter, der seinerseits auf einem Baumstumpf stand und die Äste in der Höhe verbaute.

„Die Kinder haben sich wirklich sehr viele originelle Dinge einfallen lassen“, lobte Claudia Althaus. „Es gibt zum Beispiel

neben dem Wohnzimmer, dem Kinderzimmer und dem Bad auch einen Partyraum.“ Neben den erwachsenen  Aufsichtspersonen sah übrigens den ganzen Tag lang noch jemand auf dem Erndtebrücker „Baugelände“ nach dem Rechten:

der sechsjährige CJD-Hund Monty. „Monty läuft die ganze Zeit das Gebiet ab und hat alles im Blick“, sagte Claudia Althaus und lächelte. Der Hund komme ohnehin schon seit Längerem im Rahmen der tierpädagogischen Projekte des CJD immer wieder bei ähnlichen Aktionen zum Einsatz. Über eine leichte Anhöhe gelangte man im Wald beim Bunker Erich schließlich  zu einem weiteren Zimmer aus Holz: „Hier wird das Badezimmer entstehen“, erklärte Yannik Hoedt, der gemeinsam mit  Timo Althaus, Tim Hofius, René Schlabach, Stefan Herling und Domenik Misch die Bauleitung für dieses Objekt  übernommen hatte. Bei der Mittagspause hatten die Jungs schließlich ein bisschen Zeit, über ihr Vorhaben zu plaudern. „Wir haben uns erst einmal zusammengesetzt und dann genau geplant, wie wir das Ganze bauen wollen“, sagte Yannik Hoedt und  löffelte in seinen Spaghettis. „Dann haben wir erst einmal die großen Steine hier rauf geschafft“, führte René Schlabach die Beschreibung des Kollegen weiter fort. „Und dafür brauchte man wirklich Muskelkraft“. Der Junge holte einmal tief Luft. „Du wolltest Dir ja nicht helfen lassen“, scherzte Yannik und stieß dem Nebenmann in die Seite. „Und wir haben bisher schon mit jeder Menge Werkzeug gearbeitet“, sagte auch Tim Hofius. Was man jetzt als nächstes bauen wolle? „Wir müssen jetzt noch alle Wände fertig machen“, sagte René. „Und vielleicht bauen wir auch noch ein Dach für das Badezimmer“, fügte Timo hinzu. Bei allem waren sich alle Jungen sicher: Das nächste Jahr sind sie alle wieder mit von der Partie. „Dann bauen wir aber mal ein ganz anderes Biwak“, freute sich gestern schon René Schlabach und rieb sich die Hände. Ein kleines Grillfest rundete den gestrigen Tag für alle kleinen Waldarbeiter gebührend ab. Für die Verpflegung sorgte dabei das Küchenteam des CJD und die Erndtebrücker Metzgerei Fritz Wied.

 

 

Siegener Zeitung, 28.07.2010

 




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Sascha Erlebach
sascha.erlebach@cjd-siwi.de

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