Symptomspezifische Förderprogramme für Legasthenie und Dyskalkulie
Legasthenie ist eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten und umfasst die spezifischen und deutlichen Beeinträchtigungen des Erlernens des Lesens, Rechtschreibens und Rechnens.
Ihnen gemeinsam ist die ursprüngliche Annahme, dass diese Störungen wesentlich in einer zentralnervösen, kognitiven Störung der Informationsverarbeitung begründet sind. Es ist klar zu unterscheiden zwischen einer Lese-Rechtschreibstörung und einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS).
Dyskalkulie ist eine Störung in der Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Von Dyskalkulie spricht man erst dann, wenn alle übrigen schulischen Leistungen befriedigend oder besser sind.
Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Die höheren mathematischen Fertigkeiten, wie z. B. Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung sind weniger betroffen.
Nähere Informationen siehe Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie.
Im Rahmen von verschiedenen Testverfahren (z.B. DRT und Hamburger Schriftprobe) werden diese Teilleistungsstörungen festgestellt und überdies ein Trainings und Behandlungsplan entwickelt.
Symptomspezifische Förderprogramme sind zum Beispiel:
Förderung von Teilprozessen des Lesens, der Rechtschreibung und der Wahrnehmung durch:
- Lautbewusstheitstraining
- Lautanalyse
- Lautsynthese
- Silbengliederung
- Rechtschreibregeltraining
- Lesetraining
Folgende oder ähnliche Symptome können bei einer Dyskalkulie auftreten:
- zählendes Operieren (benutzen von Fingern)
- seitenverkehrtes schreiben von Zahlen
- keine Vorstellungen von Mengen und Größen
- Zahlenverwechslungen
Nach der Feststellung einer Dyskalkulie (Testung) müssen angemessene Fördermaßnahmen eingeleitet werden, die von den individuellen Schwierigkeiten des Kindes abhängen. Für jedes Kind wird ein eigenes Arbeitsprogramm zusammengestellt. Die Therapie beginnt auf der derzeitigen Leistungsstufe des Kindes. Damit ist kein Nachhilfeunterricht gemeint, sondern eine Zusammenstellung eines individuellen Arbeitsprogramms in Verbindung mit psychologischer Betreuung und je nach Kind auch Entspannungs- und oder psychomotorische Übungen. Die Behandlung erfolgt meistens in Einzeltherapie um Konkurrenzdruck zu vermeiden. Hilfsmittel zum Rechnen sollten zu Hause und in der Schule erlaubt sein. Jede Form von Druck muss vermieden werden. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ist unverzichtbar.
Für die Auszubildenden in unserer Einrichtung findet je nach Trainings- und Behandlungsbedarf ein Einzel- und/oder Gruppentraining statt. Zusätzlich wird im Rahmen von Stütz- und Förderunterrichten an den vorhandenen Defiziten gearbeitet.
Ziel ist es, dass die bevorstehenden Prüfungen, trotz Legasthenie oder Dyskalkulie, vorhandener Schulmüdigkeit oder Schulunlust, bestanden werden. Die Lernförderung für Legasthenie und Dyskalkulie ist ein Angebot, welches sich auch an betroffene Kinder/Jugendliche außerhalb unserer Einrichtung richtet. Bei Bedarf wenden sie sich gerne an uns und wir besprechen die weiteren Vorgehensweisen mit Ihnen.
Ihr Ansprechpartner:
fax: 02753/5086-50






